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Paris: Eine Traumstadt an der Seine

Bevor der Terror die französische Hauptstadt erreicht hat, konnten die Touristen die Leichtigkeit des Lebens in der Metropole an der Seine genießen. Bei meinem Besuch  2012 war dort die Welt noch in Ordnung.

Außenanlage und Garten des Schlosses von Versailles. Foto: Oliver Heider

Er ist in Paris fast überall präsent: Der 324 Meter hohe Eiffelturm überragt alles in der französischen Hauptstadt. Von der höchsten der drei Aussichtsplattformen in 276 Metern Höhe haben die jährlich mehr als 6 Millionen Touristen einen tollen Blick über die Stadt. Zum Preis von 17 Euro (Stand: Mai 2016), wenn man mit dem Lift nach ganz oben will.

Doch wer in diesen Genuss kommen möchte, muss viel Zeit mitbringen. In touristischen Hochzeiten – etwa im Sommer am frühen Abend – warten tausende Besucher darauf, zu Fuß oder mit dem Aufzug nach oben zu kommen. Wartezeiten von zwei Stunden und mehr sind keine Seltenheit. Wer so lange nicht anstehen und sich nicht dreist vorne reinmogeln will, sollte daher am besten früh morgens auftauchen.

Paris hat freilich viel mehr zu bieten als sein Wahrzeichen. Kostenlos ist der Place de la Concorde zu besichtigen. Gepaart mit den herrschaftlichen Häusern drum herum und den Springbrunnen lässt es sich dort gemütlich entlang schlendern.

Apropos: Nirgendwo in Paris lässt es sich besser schlendern als auf der Avenue de Champs-Élysées. Hungrig oder durstig sollte man in diesem Moment allerdings nicht sein. Für ein Mittagessen zahlen Touristen dort schnell 20 Euro und mehr. Wer aufs Geld achten muss, sollte daher – wie in jeder Großstadt – die kleinen Seitengassen bevorzugen. Wenngleich Paris insgesamt gehobene Preise hat.

Am Ende der Champs-Élysées thront am Place Charles-de-Gaulle der Triumpfbogen.Das von 1806 bis 1836 errichtete Bauwerk heißt offiziell Arc de Triomphe de l’Étoile – nicht zu verwechseln ist mit dem weniger bekannten, kleineren Arc ce Triomphe du Carrousel.

Wer Zeit hat, sollte sich in Paris zu Fuß bewegen. Zumal die Distanzen zwischen den Hauptattraktionen nicht unüberwindbar sind. Etwa der Weg hinunter zur Seine, wo die Ausflugsboote den Fluss auf und ab fahren. Alternative ist das gut ausgebaute Metro-Netz.

Definitiv nicht zu Fuß lässt sich das Schloss Versailles erreichen. Wie man rasch merkt, entscheiden sich die meisten Touristen als Anreise für eine Fahrt mit dem Zug. Die „RER C“ fährt von den zentral gelegenen Pariser Stationen Saint Michael-Notre Dame, Musée d’Orsay, Invalides, Pont de l’Alma oder Champs de Mars nach Versailles-Rive Gauche. Knapp 40 Minuten ist man unterwegs. Dann sind es noch 10 Gehminuten zum Schloss.

Wie schon am Eiffelturm scheinen auch die Schlangen vor dem Eingang kein Ende zu nehmen. Aufpassen sollte man dort – wie an allen Touri-Spots – auf Taschendiebe. Und darauf, dass man sich nicht in der falschen Schlange anstellt. Denn in der langen Wartereihe stehen Menschen, die bereits ein Ticket haben.

Bis wir das gemerkt haben, sind zahlreiche Minuten vergangenen. Wie holen uns ein Ticket auf der linken Seite, stellen uns aber dann nicht mehr erneut hinten an, sondern mogeln uns etwas weiter vorne in die Schlange. Manchmal siegt Frechheit eben doch.

Übrigens: Besucher aus der EU, die unter 26 Jahre alt sind, dürfen kostenlos in das Schloss hinein. Und: An jedem ersten Sonntag von November und März ist der Eintritt für alle Besucher kostenfrei. Der Eintritt in den Palast kostet für Erwachsene 15 Euro. Wer zudem die Gartenanlage samt Fontänenshow sehen will, zahlt 25 Euro. Details finden sich hier.

Was wir im Inneren zu sehen bekommen, ist Prunk und Protz pur. Beeindruckend, wie das herrschaftliche Anwesen, das bis zur Französischen Revolution 1789 das kulturelle und politische Machtzentrum Frankreichs war, ausgestattet ist: Wandmalereien, Gemälde, Skulpuren, lichttechnisch in Szene gesetzt. Ein optisches Schmankerl folgt aufs nächste.

Auch im Außenbereich der Anlage lohnt ein kleiner, pardon großer Spaziergang durch den Park und seine Attraktionen. Der Lohn des Marsches: ein Blick über die Gartenanlage hinauf in Richtung Schloss, das mit zahlreichen Skulpturen geschmückt ist. 

Ursprünglich war der Bezirk Montmartre eine eigene Gemeinde. Doch seit dem Jahr 1860 gehört er zum Stadtgebiet. Mit knapp 130 Metern ist er der höchste Hügel in Paris. Ganz oben thront die Basilika Sacré Coer.

Zu Fuß kommt man gut auf den Hügel hianuf. Oben erwarten die Touristen zahlreiche Straßenkünstler und Maler – und ein sagenhafter Blick über die Stadt der Liebe.

Ein touristisches Muss ist auch der Louvre. Er befindet sich in der ehemaligen Residenz der französischen Könige, dem Palais du Louvre. Etwa zehn Millionen Menschen besuchen das Museum pro Jahr. Auch hinsichtlich der Ausstellungsfläche zählt es zu den drei größten Museen weltweit.

Neben manchen mächtigen Gemälden wirken die Touristen wahrhaft mini. Anders verhält es sich in jenem Raum, in dem das Highlight ausgestellt ist: Die Mona Lisa wirkt als Besuchermagnet, obwohl das Kunstwerk vergleichsweise klein ist.

Eigentlich wäre es wieder einmal an der Zeit, die Metropole an der Seine zu besuchen. Schön war es dort 2012. Doch ein bisschen abwarten kann wohl nicht schaden. Mal schauen, wie sich die Sicherheitslage in Frankreich weiter entwickelt.

Beim nächsten Besuch jedenfalls steht eine An- und Abreise mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV wieder hoch im Kurs. Nur wer eine Reservierung hat, darf mit. Vorteil: Man bekommt auf jeden Fall einen Sitzplatz, der Zug ist nicht überfüllt.

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Über Oliver Heider (37 Beiträge)
Journalist. Blogger. Reisender.

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