News-Ticker

Live-Blog: Mit MSC Poesia durchs Mittelmeer

Eine Woche mit MSC Poesia durchs westliche Mittelmeer. OH-REISETIPPS berichtet über die Kreuzfahrt live.

Cassis in Frankreich. Foto: Oliver Heider

Sonntag, 30.05.2016, 23.26 Uhr:

Welch unrühmliches Ende einer tollen Woche. Das, was wir heute erlebt haben, ist in der Summe zu viel. Und unsere Nerven liegen allmählich blank.

Der Tag im Schnelldurchlauf:

Wir stehen um 6.45 Uhr auf, gehen gegen 7.15 Uhr frühstücken, werden um 8.50 Uhr ausgeschifft und per Bus zum Flughafen Genua gebracht.

Um 11.45 Uhr soll das Boarding stattfinden – tut es aber nicht. Wir warten. Zuerst sind keine Informationen zu erhalten. Dann erklärt eine Flughafen-Mitarbeiterin, dass din Maschine – aus Düsseldorf kommend – wegen starken Windes in Genua nicht landen konnte und nach Turin auswich. Die Informationspolitik seitens Eurowings ist alles andere als optimal. Immerhin bekommen wir aber einen Snack und ein Getränk als Entschädigung.

Erst nach 15 Uhr besteigen wir den Flieger, der schließlich um 16.45 Uhr in Düsseldorf landet. Unser anvisierter Zug um 17.04 Uhr ist weg, nachdem wir das Gepäck abgeholt haben und mit der Hochbahn, dem SkyTrain, zum Bahnhof gefahren sind.

Also wollen wir den Zug um 17.50 Uhr nehmen, der aber Verspätung hat. Eine ebenfalls verspätete Verbindung eines vorherigen Zuges ermöglicht uns, Richtung Köln zu fahren. In einem heillos überfüllten Regionalexpress.

Am Kölner Hauptbahnhof quälen wir uns raus und sprinten in den ICE nach Mannheim. Verschwitzt suchen wir einen Platz.

Gespannt blicken wir immer wieder auf die Uhr. Hat unser Zug doch mehr als 20 Minuten Verspätung. Wegen „polizeilichen Ermittlungen“, wie es heißt. In Mannheim dann der Knaller: Unser Zug fährt ein, hält an – und der Anschluss-ICE nach Stuttgart auf dem Nachbargleis fährt ab. Wir und viele Mitreisenden sind stinksauer.

Dann heißt es erneut warten: Der nächste ICE kommt in Mannheim um 21.23 Uhr lwicht verspätet an. Immerhin gibt es bei dieser Verbindung keine größeren Komplikationen. Wir erreichen Stuttgart gegen 22.05 Uhr.

Dann der nächste Schock: Der Zug Richtung Ulm hat 25 Minuten Verspätung – in Folge eines Unwetter. Doch bei 25 Minuten bleibt es nicht. Aktuell sind es 40.

Jetzt sitzen wir Zug und hoffen, dass es keine weiteren Probleme mehr gibt. So dass wir weit nach Mitternacht – vermutlich fix und fertig – ins Bett fallen werden.

Vom Hafen in Genua nach Ulm in 16 Stunden – so haben wir uns den Ausklang unserer Kreuzfahrt mit MSC Poesia nicht vorgestellt.

Samstag, 28.05.2016, 16.50 Uhr:

Schade. Auf das „bezaubernde Arles“ (MSC) hatten wir uns gefreut. Leider wurde der Ausflug kurzfristig abgesagt. Am Freitagabend haben wir daher umgebucht. Auf den Ausflug nach Cassis. Dieser kostet 42 statt 52 Euro. Die Differenz wird dem Bordkonto  gutgeschrieben.

Um 12.45 Uhr ist Treffpunkt – direkt nach dem Mittagessen. Eine Viertelstunde später startet der Bus. Überraschend ist, dass wir mitten durch Marseille fahren. So sehen jene Urlauber, die die Stadt noch nicht kennen, einiges im Vorbeifahren. Zum Beispiel den Vieux Port (alten Hafen) mit seinen unzähligen Segelschiffen oder oben am Berg die bekannte Basilika Note Dame de la Garde.

Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Bus-Parkplatz von Gorguettes. Von dort verkehrt ein Mini-Zug ins 7400-Einwohner-Örtchen Cassis. Zehn Minuten dauert die Tour.

Viel zu sehen gibt es nicht. Für einen einstündigen Bummel zum Strand, zum Leuchtturm und durch die kleinen Gässchen eignet sich Cassis aber allemal. Kaffee, heiße Schokolade und Cola kosten in einem Café direkt am Hafen 10 Euro. Das ist fair!

Wir lassen uns am letzten Tag der Kreuzfahrt nochmal die Sonne ins Gesicht scheinen und beobachten die Leute beim Flanieren. Eine Sehenswürdigkeit, die über allem thront, ist ein altes Schloss auf dem Berg. Dieses ist aber in Privatbesitz, es beherbergt heute Luxus-Ferienwohnungen.

Zwei Stunden vergehen selbst beim Nichtstun wie im Flug. Nun sitzen wir wieder im Bus und lassen uns zurück zur MSC Poesia bringen.

Heute Abend steht der zweite Gala-Abend der einwöchigen Kreuzfahrt auf dem Programm. Also nochmal schick machen.

Ein Manko gibt es aber: Koffer packen! Denn morgen früh endet der schwimmende Teil des Urlaubs. Gefolgt vom Transfer zum Flughafen. Erst am Abend werden wir wieder zuhause sein.

Freitag, 27.05.2016, 23.27 Uhr:

Da haben sie uns aber mächtig übers Ohr gehauen: Zweimal haben wir uns heute in Barcelona geärgert. Doch die schönen Eindrücke überwiegen.

Der Tag beginnt recht entspannt. Gemütlich frühstücken, sonnen auf dem Balkon, Mittagessen. Danach lassen wir uns von MSC nach Barcelona bringen. Die „Poesia“ legt im Kreuzfahrt-Terminal B an.

Da wir im Internet für 16 Uhr Tickets für die Basilika „Sagrada Familia“ gebucht hatten, wollen wir kein Risiko eingehen. Und buchen das Bus-Shuttle für 8,90 Euro pro Person hin und zurück. Ziel laut Ausschreibung: Stadtzentrum. Im Kleingedruckten steht Plaza Carbon. Was selbst Google Maps nicht findet.

Wie sich herausstellt, sind es vier Bus-Minuten Fahrt vom Terminal. MSC hatte von 15 geschrieben. Nunja…

Der Bus hält in der Nähe der Columbus-Statue. Und wir marschieren in rund 80 Minuten über die Flaniermeile La Rambla und den Prachtboulevard Passeig de Gràcia zur Basilika „Sagrada Familia“.

Der Besuch von Antoni Gaudís Meisterwerk kostet uns 15 Euro pro Person. Die Tickets haben wir vorab im Internet bestellt. Mit fester Einlasszeit.

Die Kirche ist von außen beeindruckend, von innen aber noch schöner. Eine Farbenpracht, die ihresgleichen sucht. Eine Stunde sollten Touristen für den Besuch einkalkulieren.

Anschließend machen wir uns wieder auf den Weg Richtung City. In einem Café trinken wir einen Kaffee, einen Cappuccino, eine Cola und ein Fanta. Gesamtpreis: 5,90 Euro. Günstiger geht es kaum mehr. 500 Meter von der „Sagrada Familia“ entfernt.

Um 18.30 Uhr wartet ein weiteres Gaudí-Highlight auf uns: das Casa Batlló. Für 27,50 Euro haben wir vorab im Internet einen Fast-Pass gebucht. Der garantiert schnellen Eintritt. Alles läuft top. Und das Haus mit seiner extravaganten Fassade, seiner verschnörkelnden Einrichtung sowie seinem technisch hochwertigen Audio-Guide lassen kaum Wünsche offen.

Den Abend wollen wir entspannt ausklingen lassen. Bei einem Bier auf der „Rambla“. Einige Restaurants verlangen, dass wir etwas essen. Was wir aber nicht wollen.

Eine Snackbar lässt uns nur Getränke bestellen. Das Flair ist nett. Die Rechnung ganz und gar nicht. Für 1 Liter Bier und 0,5 Liter Fanta lemon rufen die Kellner 19 Euro auf. Unverschämt. Immer lassen sie mit sich reden und gewähren 5 Euro Nachlass.

Zurück am Schiff steht jetzt nach dem Abendessen die White Night auf dem Programm. Alle, die wollen, sind weiß gekleidet. Mal schauen, wie lange wir durchhalten. War der Marsch durch Barcelona doch ganz schon anstrengend…

Donnerstag, 26.05.2016, 22.17 Uhr:

Durch und durch relaxen. Auch mal schön. Nachdem wir am Mittwochabend das Nachtleben an Bord genossen haben, steht heute erstmal ausschlafen auf dem Programm.

Danach gemütlich zum Mittagessen wackeln und anschließend an die Poolbar. Doch der Wind ist recht frisch, lässt erst gegen Abend wieder nach.

Dies zum richtigen Zeitpunkt: Denn die Einfahrt nach Palma de Mallorca ist sehenswert von ganz oben auf dem Schiff. Zuerst fährt MSC Poesia an der Steilküste vorbei, um dann nach links in den Hafen einzubiegen. Rechts stets im Blick: die Kathedrale.

Das Besondere am Stopp in Palma ist, dass dieser über Nacht stattfindet. Das Kreuzfahrtschiff liegt von 21 bis 5 Uhr dort. Party-Freunde können sich ins Nachtleben stürzen. Und Entspannungshungrige haben das Schiff fast für sich alleine.

Letzteres werden wir nun auch ausnutzen, nachdem wir im Hafenterminal, der Estacion Maritima No. 1, free wifi gefunden haben. Ein heißer Tipp für Internetfreaks. Bis morgen…

Mittwoch, 25.05.2016, 19.08 Uhr:

Um 6.45 Uhr klingelt an diesem Mittwochmorgen der Wecker. Wir wollen früh los. Nein, wir müssen früh los. Denn MSC Poesia erreicht heute den Hafen von La Valletta. Malta also.

Doch die Liegezeit ist leider sehr kurz. Von 7 bis 13 Uhr. Also verkürzen wir unser Frühstück etwas und verlassen um 8.30 Uhr das Kreuzfahrtschiff.

Das Cruise-Terminal liegt sehr zentral. Direkt am Ausgang warten zahlreiche Promoter von Hop-on-Hop-off-Bussen. 10 Euro kosten die Touren, die teilweise über die ganze Insel führen.

Wir wollen uns aber ausgiebig dem 6000-Einwohner-Ort La Valletta widmen, gehen daher zu Fuß fünf Minuten Richtung Zentrum, vorbei an zahlreichen Pferden, deren Kutscher zu horrenden Preisen (60 Euro für eine Stunde) Touren anpreisen.

Kurz darauf erreichen wir linker Hand einen Aufzug. Für 1 Euro hin und zurück kommt man mit diesem in die Oberstadt.  Genauer in den Upper Barrakker Garden.

Der Ausblick von der netten Anlage auf den Hafen ist schön. Unser knapp dreistündige Spaziergang führt uns dann zunächst durch die Merchant’s Street bis zum Fort St. Elmo. 10 Euro Eintritt für alte Mauern? Nein, wir marschieren weiter. Zur Nordseite der Landzunge.

Eine sehr entspannte Atmosphäre mit Orgelklängen herrscht in der St. Paul’s Pro-Anglican Cathedral. 1 Euro pro Nase kostet der Eintritt. Und der lohnt sich. Ist die Kathedrale doch sehr nett anzuschauen.

Danach gehen wir bergauf. In den Hasting Garden. Von dort haben Touristen wie Einheimische einen Rundum-Blick auf die benachbarten Orte. Und eine kleine Rast in der Anlage kann nicht schaden. Zumal kaum eine Menschenseele die Ruhe mit uns sucht.

In der Republic Street, nur wenige hundert Meter entfernt, pulsiert dagegen das Leben. Tausende von Menschen tummeln sich dort, wo ein Geschäft und ein Restaurant das nächste jagt. Die Preise sind teilweise sehr fair. 6 Euro für eine Pizza und ein Getränk preist ein Bistro an.

Wer die St. John’s Co-Cathedral besichtigen will, muss dagegen 10 Euro berappen. Was wir nicht tun, sondern uns lieber für ein paar Minuten am Republic Square niederlassen.

Von dort gehen wir in den Lower Barrakker Garden, der viel grüner ist als sein Pendant vom Anfang.

Im Upper Barrakka Garden wird Schlag 12 Uhr eine Kanonenkugel abgefeuert. Ein Spektakel, das sich Hunderte von Schaulustigen nicht entgehen lassen.

Pünktlich um 12.20 Uhr sind wir wieder zurück an Bord von MSC Poesia. Das Kreuzfahrtschiff wird um 13 Uhr La Valletta verlassen. Und das ist nochmal ein Highlight. Fährt der Ozeanriese doch noch einmal an der kompletten Stadtmauer vorbei, durch die relativ kleine Hafeneinfahrt hinaus. Wo uns MSC Armonia mit mehreren Signaturen begrüßt. Unser Kreuzfahrtschiff grüßt natürlich, wie es sich gehört, zurück.

Jetzt heißt es relaxen. Von entspannter Atmosphäre kann im Büffetrestaurant jedoch zunächst keine Rede sein. Dicht an dicht drängen sich dort die 2500 Passagiere. Zwei Runden drehen wir, ehe wir einen Platz finden.

Das Essen ist auch heute wieder okay. Man wird satt. Kulinarische Köstlichkeiten darf aber niemand erwarten. Das gilt zum Beispiel sowohl für die Pasta als auch für die zahlreichen vorhandenen Süßigkeiten zum Nachtisch.

Da die Sonne herrlich scheint, setzen wir uns an die Bar auf dem Pooldeck. Ich habe Lust auf ein Weizenbier. Ein Franziskaner kostet 5,40 Euro, ein Paulaner 5,70 Euro. Plus 15 Prozent automatisch berechnetes Trinkgeld. Happig!

MSC Kreuzfahrten will seine Passagiere bei jeder Gelegenheit dazu animieren, ein Getränkepaket zu buchen. Dieses müssen alle Reisenden einer Kabine zahlen.

Für die günstige Variante („Cheers“) zahlen Erwachsene 16,50 Euro. Pro Tag. Darin enthalten sind aber nur Softdrinks, Bier und Wein zum Mittag- und Abendessen. Wer tagsüber und abends an der Bar trinken will, muss zu den teureren Paketen greifen: Für 26 Euro sind im „Allegrissimo“-Paket die wichtigsten Getränke abgedeckt, für 44 Euro im „Allegrissimo-Premium“-Paket sogar Premium-Cocktails und einiges mehr.

Zusätzlich gibt es noch unter anderem Wasser-, Bier- oder Softdrink-Pakete. Bei diesen kann man 10 bis 25 Prozent sparen im Vergleich zum Einzelpreis.

Wer aber – wie wir – tagsüber überwiegend Wasser trinkt, sollte gut überlegen, ob er ein Paket braucht. Denn Wasser gibt es rund um die Uhr im Büffetrestaurant kostenlos. Ebenso wie Kaffee und Tee. Da kann man sich dann zwischendurch schon mal ein Franziskaner leisten.

MSC Poesia ist jetzt auf dem Weg nach Palma de Mallorca. Bis zur Ankunft dort – am Donnerstagabend – wird es aber noch ein Weilchen dauern.

Zuerst steht heute ein Gala-Abend auf dem Programm. Schick anziehen ist also ratsam. Wir sind gespannt auf die Garderobe unserer 2500 Mitreisenden. Denn eines ist sicher: die Italiener – sie sind an Bord in deutlicher Überzahl -haben Geschmack.

Dienstag, 24.04.2016, 15.08 Uhr:

Nach einer aufschaukelnden Fahrt mit dem Schnellboot, einem entspannten Abendessen im Büffetrestaurant und einer tollen Azteken-Show im Theater mit Akrobatik und Tanz gestern heißt es am Dienstag früh aufstehen.

Um 8.15 Uhr ist Treffpunkt für den Ausflug zum Ätna und nach Taormina. Davor noch kurz etwas frühstücken – mit Blick auf den Hafen von Messina in Sizilien.

Pünktlich geht es dann los. Zunächst per Bus zum Ätna. Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt entlang der Küste und auf den Berg hinauf.

Unser Ziel ist der Krater Silvestri in fast 2000 Metern Höhe. Doch kurz zuvor der lang ersehnte Fotostopp. Denn wir sehen, was längst nicht alle Touristen erblicken: eine Explosion und eine große Rauchwolke.

Wenige Minuten später sind wir dann oben angekommen, wo wir knapp eineinhalb Stunden zur Verfügung haben. Zuerst wandern wir auf dem Krater Silvestri. Und müssen aufpassen, dass wir nicht weg geweht werden. So stark ist der Wind.

Unten im Krater ist es angenehm, zumal die Sonne scheint. Eine Jacke aber ist dringend zu empfehlen, wenn man um die Jahreszeit den Ätna besucht.

Die Zeit vergeht im Flug. Und plötzlich habe ich nur noch 35 Minuten Zeit, bis der Bus abfährt. Ich will aber hoch hinaus, um einen Blick auf den Krater zu haben. Ein strammer Marsch – und nach 15 Minuten muss ich abbrechen.

Der Blick, den ich erhascht habe, ist dennoch schön. Auch wenn ich nicht ganz oben am Aussichtspunkt ankomme und wieder zurück gehe. Auf dem steinigen Weg, der viel Kraft fordert.

Mit dem Bus und Reiseleiter Christian fahren wir weiter. Nach Taormina. Ein nettes Städtchen am Meer.

Dort spielt sich das Leben im Wesentlichen auf der 600 Meter langen Fußgängerzone ab. Geschäfte und Restaurants erwarten die Touristen, die sich zahlreiche durch die Gasse schlängeln. So besonders wie auf Capri sind die Läden aber nicht.

Der Blick von zwei Aussichtspunkten auf die Küste ist lieblich. Und nun haben wir zwei Stunden Freizeit. Das griechische Theater (Eintritt: 10 Euro) wollen wir nicht sehen.

Stattdessen lassen wir uns durch die Stadt treiben und lassen uns in der Bar Capriccio nieder. Dort essen wir leckere Arancini – eine regionale Spezialität unter anderem mit Reis, Spinat und Käse. Das Stück für günstige 2,50 Euro. Dazu ein kühles Bier.

Herrlich, das bunte Treiben in der Gasse zu beobachten. Um 16 Uhr müssen wir wieder am Bus-Parkplatz sein. Ein bisschen Zeit haben wir also noch…

Montag, 23.05.2016, 18.08 Uhr:

Wenn auf Capri die rote Sonne im Meer versinkt – sind wir schon wieder weg. Und ein entspannter, interessanter Tag liegt hinter uns.

Um 11.30 Uhr hat MSC Poesia in Neapel angelegt. Eine halbe Stunde später beginnt unser Ausflug. Zuerst geht es zu Fuß zum Bootsanleger. Zehn Minuten dauert der Marsch etwa.

Mit einem Schnellboot geht es in rund 50 Minuten auf die 36 Kilometer entfernte Insel Capri, die anders als das vulkanische Ischia aus Kalkfelsen besteht. 12.000 Einwohner leben auf Capri, täglich kommen 10.000 Touristen, erklärt uns Reiseleiter Fabio.

20 Euro würde die Überfahrten auf eigene Faust kosten. Doch dann wäre man auf sich alleine gestellt, könnte etwa für 18 Euro eine Bootstour um die Insel mit Stopp bei der Blauen Grotte machen. Die ist leider in unserem Ausflug, der insgesamt sieben Stunden dauern wird, nicht dabei.

Stattdessen fahren 20 deutschsprachige MSC-Gäste im Minibus mit Fabio zuerst auf das höher gelegene Anacapri. Ein nettes Örtchen, in dem verhältnismäßig wenig Touristen unterwegs sind.

Im Ausflugspreis ist die Villa San Michele des Arztes, Autors und Architekten Axel Munthe enthalten. Der Eintritt kostet normalerweise 7 Euro. Wir dürfen so rein.

Zu sehen sind unter anderem einige Figuren aus Römerzeit. An diesem Ort hatte Kaiser Tiberius zwölf Villen.

Sehenswert ist auch die Gartenanlage, durch die es sich gemütlich schlendern lässt. Der Blick auf den Ort Capri ist lieblich.

Wer möchte, kann in Anacapri mit einem Sessellift auf den höchsten Punkt der Insel fahren. In 12 Minuten für 11 Euro pro Person. Da der Gipfel aber wolkenverhangen ist, spazieren wir lieber durch die liebliche Fußgängerzone mit inseltypischen Geschäften.

Die Italiener haben es einfach drauf in Sachen Mode. Ein Stück schöner als das nächste.

Ähnlich sieht es in Capri aus, wo jedoch mehr und mehr Luxusläden ihre Pforten geöffnet haben, wie Fabio erklärt. Dort haben wir nun – nach eineinhalb Stunden in Anacapri – eine Stunde zum Bummeln und Kaffee trinken.

Das Ortszentrum ist verwinkelt, kleine Gassen schlängeln sich zwischen den bunten Häusern. Boutiquen, Cafés und Restaurants. Alles da, was der Tourist braucht. Teuer ist es aber. Eine kleine Kugel Eis kostet 2,50 Euro, ein – sehr leckerer – Kaffee mit Milch 5 Euro.

Diesen gönnen wir uns und genießen den tollen Blick auf das Meer und das Festland. Sorrent und die Amalfiküste lassen grüßen. Jetzt sitzen wir im Schnellboot zurück. Schön war’s!

Montag, 23.05.2016, 09.33 Uhr:

So muss es sein: Ausgeschlafen von der Sonne und dem Meeresrauschen bei offener Balkontür geweckt.

Jetzt gehen wir erstmal ausgiebig frühstücken, bevor um 12 Uhr eine Bootstour zur Insel Capri ansteht. Der Wetterbericht ist gut: Sonne, 24 Grad.

Den fünfstündigen Ausflug haben wir vorab über MSC gebucht. Kostenpunkt: stolze 85 Euro pro Nase. Da die Liegezeit aber recht kurz ist, blieb uns da nichts anderes übrig. Auf eigene Faust wäre Capri kaum machbar.

Mal schauen, ob die Tour ihr Geld wert ist…

Sonntag, 22.05.2016, 23.38 Uhr:

Die „Beatles“, Elvis Presley, Queen und Michael Jackson: Es ist eine Revival-Show im Teatro Carlo Felice, die das Publikum stellenweise mitreißt.

Sänger Federico präsentiert in „Rhythm of Icons“ seine gute Stimme, die Tänzer der Showtruppe, wie geschmeidig sie über die Bühne im geschlossenen Theater flitzen können. Und wie oft man sich binnen einer dreiviertel Stunde umziehen kann.

Ein Programm, durch das die Kreuzfahrt-Direktorin Daniela in fünf Sprachen führt. Stakkato-Sätze auf Italienisch, Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch.

Auch wenn bei der guten Stimmung keiner an etwas Schlimmes denken will, so ist ein bisschen Costa Concordia auf dieser Reise mit dabei.

Denn bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Genua haben wir sie gesehen. Ein fürchterlicher Anblick, der erahnen lässt, wie schlimm das Unglück gewesen sein muss.

Der 2012 havarierte Ozeanriese ist inzwischen zum Winzling mutiert. Stück für Stück wird das Kreuzfahrtschiff zerlegt.

Und noch etwas wird uns mahnende Erinnerungen bescheren. Um 2 Uhr nachts werden wir an der Insel Giglio vorbei fahren. Dem Unfallort, an dem Costa Concordia sank – was damals 32 Todesopfer forderte.

Doch wir fühlen uns an Bord von MSC Poesia sicher, ruhen erstmal ein wenig, schlafen uns aus. Damit wir morgen in Neapel fit sind, wenn mittags unser Ausflug zur Insel Capri startet.

Sonntag, 22.05.2016, 21.53 Uhr:

Seenotrettungsübung? Check! Sailaway-Party mit feierwütigen Italienern auf dem Pooldeck? Check! Sonnen auf dem Balkon? Check!

Die ersten Stunden an Bord von MSC Poesia waren abwechslungsreich. Und so eine Kreuzfahrt macht hungrig. Also auf zum Abendessen ins Restaurant „Le Fontane“.

Die Karte klingt vielsprechend. Die Kost, die serviert wird, ist dann solide, aber nichts Außergewöhnliches im Vergleich zu anderen Reedereien.

Feste Tischzeiten im Bedienrestaurant sind auch nicht jedermanns Sache. Wir haben uns für die erste Sitzung ab 19 Uhr entschieden. Am Tisch sitzen insgesamt acht Deutsche. Die Reederei schaut, dass gleiche Nationalitäten zusammen kommen. Garantiert ist das aber nicht.

Auf die Show, die uns nun um 22 Uhr erwartet, sind wir gespannt. Normalerweise sind die Darbietungen bei MSC gut bis sehr gut. Auf ins Theater!

Sonntag, 22.05.2016, 15.49 Uhr:

Pünktlich gestartet, pünktlich nach 1 Stunde und 25 Minuten in Genua gelandet. Der Landeanflug ist sehenswert ob der Berge an der Mittelmeerküste.

MSC-Mitarbeiter empfangen uns am Flughafen. Also die knapp 100 deutschen Gäste der Charter-Maschine.

Nach kurzer Wartezeit bringt uns ein Transferbus zum Schiff in den Porto Antico in Genua. Die Fahrt dauert gut zehn Minuten.

Die Einschiffung geht zügig über die Bühne. Etwas nervig ist, dass wir gleich drei Mal angesprochen werden, ob wir nicht ein Getränkepaket buchen wollen. Nein, wollen wir nicht. Doch dazu bald mehr…

Jetzt werden wir erstmal die Sonne genießen, nachdem wir uns in der Villa Pompeiana am Buffet bedient haben. Obst frisch, Pasta okay, Pizza für italienische Verhältnisse eine Katastrophe. Schade!

Um 16.15 Uhr steht die obligatorische Seenotrettungsübung auf dem Programm…

Sonntag, 22.05.2016, 08.35 Uhr:

6.15 Uhr – der Wecker klingelt. Und die ersten Flieger starten am Düsseldorfer Flughafen. Bei offenem Fenster gut hörbar im Maritim Hotel.

Die Nähe zum Terminal, das 200 Meter entfernt ist, ist dennoch genial. Aufstehen, zweimal umfallen, einchecken. Doch vorher erstmal frühstücken.

Sparsame Schwaben gehen dazu in ein Café in der Abflughafen. Denn die Preise für ein Frühstück im Maritim sind unverschämt: 24 Euro. Pro Person.

5,30 Euro für ein Schoko-Croissant und einen großen Kaffee klingen da viel besser. Danach heißt’s einchecken und warten: Unser Eurowings-Flieger soll um 9.55 Uhr starten…

Samstag, 21.05.2016, 22.52 Uhr:

Düsseldorf? Eigentlich wäre uns Stuttgart als Abflughafen viel lieber gewesen. Doch im „Fly and Cruise“-Paket von MSC Kreuzfahrten war vor sechs Wochen nur die Stadt am Rhein buchbar.

Angesichts des Preises von unter 1000 Euro für eine Balkonkabine inklusive Flügen und Transfers in den Pfingstferien haben wir uns dennoch dafür entschieden. Auch weil ein Rail&Fly-Ticket beinhaltet ist.

Also machen wir uns am frühen Samstagnachmittag mit dem ICE auf – nach Düsseldorf. Zweimal umsteigen, nach fast fünfstündiger Anreise kommen wir am ICE-Halt des Flughafens an.

Von dort müssen wir zunächst mit der Kabinenbahn „SkyTrain“ zwei Stationen zu den Terminals fahren. Letztere sind sehr modern, luftig gestaltet.

Das gilt auch für das Maritim Hotel Düsseldorf, das sich direkt am Airport befindet. Durch Zufall haben wir vorab ein relativ günstiges Angebot für das renommierte Hotel ergattert. 89 Euro für eine Nacht, gefunden auf booking.com.

Das Zimmer 440 ist geräumig, die Einrichtung hochwertig, alles sauber. Nur die Minibar-Preise haben es in sich: 3,80 Euro fürs ne Cola (0,2 Liter), 6,70 Euro für 0,5 Liter stilles Wasser.

Also kurz zur „Nordsee“ ins Terminal – und rechtzeitig um 20 Uhr wieder zurück. Schließlich steht das DFB-Pokal-Finale auf dem Programm, in dem sich der FC Bayern das Double holt.

Wir freuen uns auf sieben erlebnisreiche Tage mit MSC Poesia im westlichen Mittelmeer, morgen früh geht es los.

*** Die siebentägige Kreuzfahrt mit MSC Poesia vom 22. bis 29. Mai führt von Genua über Neapel, Messina, Malta, Palma de Mallorca, Barcelona und Marseille wieder zurück nach Genua. OH-REISETIPPS reist auf eigene Kosten. ***

 

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Über Oliver Heider (37 Beiträge)
Journalist. Blogger. Reisender.

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