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10 Highlights in der Olympia-Stadt Rio de Janeiro

Die Olympischen Spiele 2016 sind eröffnet. Rio de Janeiro präsentiert sich der Welt - und ich zeige euch die schönsten Sehenswürdigkeiten dieser tollen Stadt.

Copacabana Rio de Janeiro Die Copacabana in Rio de Janeiro. Foto: Oliver Heider

In der Nacht auf Samstag sind die Olympischen Spiele in der 6,4-Millionen-Einwohner-Stadt Rio de Janeiro eröffnet worden. Mit einer stellenweise nachdenklichen, abwechslungsreichen, farbenprächtigen und technisch-bombastischen Show, die das brasilianische Lebensgefühl Milliarden von Menschen weltweit an den Bildschirmen vermittelt hat.

Wer die Metropole am Zuckerhut besucht, wird diese Leichtigkeit im Alltag spüren. Selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten. Die fröhlichen Brasilianer lassen sich nicht unterkriegen – und genießen das Leben in vollen Zügen.

Genau das sollten Touristen, die Rio besuchen, ebenfalls tun. Und Gelegenheiten dazu bieten sich massig. Meine 1o Highlights, die ich im März dieses Jahres im Rahmen einer Südamerika-Rundreise live miterleben konnte, im Überblick:

Highlight 10: Das Maracanã-Stadion

Was war es für ein Fußball-Fest, als die deutsche National-Mannschaft vor zwei Jahren in Brasilien Weltmeister wurde. Das große Finale gegen Argentinien fand im Maracanã-Stadion statt, das offiziell „Estádio Jornalista Mário Filho“ heißt.

Zu gerne hätte ich es von innen besichtigt, Weltmeister-Luft geschnuppert. Doch bei meinem Besuch war es leider geschlossen, weil der Bau unter den Folgen eines Starkregens gelitten hatte und renoviert werden musste. Nunja, wenigstens für zwei Fotos von außen hat es gereicht.

Wer mehr Glück hat als ich, der kann sich auf eine Stadion-Tour begeben und auch das angegliederte Museum besuchen.

Das Stadion wurde 1950 eröffnet, zwischen 1999 und heute drei Mal renoviert. Es bietet Platz für knapp 79.000 Zuschauer. Neben den Eröffnungsfeiern findet dort etwa auch die Schlussfeiern der Olympischen und der Paralympischen Spiele statt.

Highlight 9: Kathedrale

Sie ist kein Fußball-Tempel, auch kein buddhistischer Tempel, dafür aber eine der architektonisch außergewöhnlichsten Kathedralen der Welt.

Die „Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro“, die auch als als Catedral Metropolitana bekannt ist, wurde 1979 fertig gestellt. Benannt ist sie nach dem Patron der Stadt.

Die „modernistische“ Kathedrale wurde von Edgar Fonseca im architektonischen Stil der Maya gestaltet. Sie steht am Rand des Stadtzentrums und ist stolze 96 Meter hoch. Der Durchmesser am Grund beträgt 106 Meter.

Offiziell bietet die Kathedrale Platz für 20.000 stehende oder 5.000 sitzende Menschen. Im Lichte einer breiten Öffentlichkeit stand sie zuletzt beim Weltjugendtag der katholischen Kirche im Jahr 2013, als Papst Franziskus einen Spontan-Besuch abstattete.

Highlight 8: Sambódromo

700 Meter lang, 88.500 Zuschauer: Man kann sich wahrhaftig vorstellen, was im Sambódromo in Rio de Janeiro zu Karnevalszeiten abgeht.

Leider war ich dafür ein paar Wochen zu spät dran. Und dennoch ist es beeidruckend, das „Sambódromo da Marquês de Sapucaí“ einmal aus der Nähe anzuschauen, das den größten Tanga der Welt zu bieten hat, wie die Einheimischen den Bogen am Eingang nennen.

Die Anlage wurde 1983 vom Gouverneur Leonel Brizola initiiert. Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer erbaute die Tribünenstraße im Stadtteil Cidade Nova dann ein Jahr später. Bis heute finden dort ein Umzug und ein Wettbewerb der Sambaschulen im Karneval statt.

Doch nicht nur das: Auch bei den Olympischen Spielen hat das Sambódromo eine Funktion. Es ist der Veranstaltungsort der Bogenschieß-Wettbewerbe. Zudem dienst es als Start- und Zielort der Gehwettbewerbe und der Marathonläufe.

Highlight 7: Straßenbahn Santa Teresa

Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, mit der Straßenbahn Santa Teresa zu fahren. Sie ruckelt ganz schön, wenn man – in ihr sitzend – durch den gleichnamigen Stadtteil Rio de Janeiros kutschiert wird. Ausgehend von der Haltestelle Carioca.

Apropos Kutsche: Anfänglich wurde die Bahn von Pferden gezogen, 1896 dann jedoch elektrifiziert. Heute ist sie neben der Straßenbahn Braunschweig die weltweit letzte mit einer Spurweite von 1100 Millimetern.

Dass ich im März dieses Jahres eine Fahrt mit der „Bonde“, wie die Bahn auch genannt wird, machen konnte, war nicht selbstverständlich. Immerhin war der Betrieb zuvor seit mehr als vier Jahren unterbrochen. Hintergrund war ein schwerer Unfall im August 2011, der sechs Menschenleben forderte.

Nach etlichen Verzögerungen fanden dann zu Beginn dieses Jahres die ersten Testfahrten statt. Inzwischen ist ein Teil der Strecke wieder befahrbar.

Highlight 6: Mosaik-Treppe „Escadaria Selarón“

Unweit von der Linie der Straßenbahn, zwischen den Stadtteilen Lapoa und Santa Teresa im Südosten des Zentrums von Rios, liegt ein weiterer touristischer Magnet. Blau, gelb, rot: Farbenprächtiger als auf und entlang der Mosaik-Treppe „Escadaria Selarón“ geht es in Rio selten zu.

Jorge Selarón hat die 250 Stufen in den 90er Jahren eigenhändig umgestaltet. Er war in mehr als 50 Ländern als Bildhauer und Maler aktiv. Da passt es nur allzu gut, dass sich auch deutsche Elemente in dem Kunstwerk finden. Diese und andere Fliesen haben Besucher aus aller Welt gespendet – darunter Prinzessin Diana, Barack Obama und der Bundesstaat Georgia. Selarón arbeitete sie ein.

Die „Escadaria do Convento de Santa Teresa“, wie die Fliesentreppe offiziell heißt, ist heute ein sehr beliebtestes Postkartenmotiv. Wohl auch deswegen, weil sich dort insgesamt 2000 Fliesen aus mehr als 60 Ländern bewundern lassen.

Besonderen Ruhm erlangte die Treppe im Jahr 2005. Damals nämlich ernannte die Stadtverwaltung das Kunstwerk zum lokalen Kulturerbe – und den in Chile geborenen Selarón, der 2013 starb, zum Ehrenbürger.

Highlight 5: Ipanema

Ipanema? Das ist doch ein Cocktail. Stimmt. Benannt ist die Mixtur aus Ginger Ale,  Maracujasaft, Limetten und Rohrzucker nach einem Strand in Rio.

Ipanema – aus der Tupi-Sprache wörtlich übersetzt: aufgewühltes Wasser – ist unter den Strandliebhabern allerdings nicht so bekannt wie die nordöstlich davon gelegene, touristischere Copacabana. Dort ist das Wasser „ruhiger“.

Doch der Strand Ipanema zeichnet sich dadurch aus, dass er weniger überlaufen ist. Dies hat seinen Grund vor allem darin, dass das benachbarte, gleichnamige Viertel Ipanema als eher gehoben gilt. Viele Studenten, Surfer und Berufstätige tummeln sich dort.

Zwischen der Copacabana und Ipanema liegen der Felsvorsprung Arpoador („Harpunier“) und ein militärisch genutztes Fort.

Highlight 4: Favela Santa Marta

Analog zu südafrikanischen Townships ist es nicht unumstritten, dass Touristen geführte Touren durch Favelas in Brasilien mitmachen. Doch ein Besuch in den Armenvierteln lohnt sich, wie meine Stippvisite mit einem örtlichen Guide gezeigt hat.

Unsere kleine Reisegruppe hat viel gelernt. Zum Beispiel, dass es in vielen Favelas heute ein funktionierendes Strom-, Wasser- und Abwassersystem gibt. Und dass der Grund und Boden, etwa in der Favela Santa Marta, inzwischen sehr begehrt ist. Bei Immobilienhaien. Wer von der Anhöhe einen Blick auf den Stadtteil Botafogo wirft, weiß auch, warum. Eine malerische Kulisse.

Santa Marta war die erste der geschätzt 1000 Favelas in Rio, die „befriedet“ wurde. Will heißen: Die Staatsmacht, also die sogenannte „Friedenspolizei“, vertrieb Drogenbosse. Und sorgte so dafür, dass die Kriminalität in dem 7000-Seelen-Ort sank. Ganz oben, am Eingang in die Favela, ist das Polizeirevier gelegen. Wer in die tiefergelegenen Teile kommen will, kann zu Fuß absteigen. Oder mit der „Bonde“, einer Standseilbahn, fahren.

Etwa auf halber Strecke gibt es ein Aussichtsplateu. Dort reckt Michael Jackson seine Hände gen Himmel. Die Statue wurde ihm zu Ehren errichtet, weil er einen Teil seines Videos zum Song „They don’t care about us“ in Santa Marta gedreht hatte. Im Jahr 1996.

Highlight 3: Christusstatue

Eigentlich hätte die Christusstatue in Rio de Janeiro wohl Platz 1 in meinem Ranking verdient. Des astronomisch schönen Ausblicks wegen. Dass es es doch nicht nach ganz oben gereicht hat, liegt an den Unwägbarkeiten des Wetters.

Das kann Touristen in der Olympia-Stadt einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Wenn Wolken aufziehen, können sie sich lange halten. Den ganzen Tag. Zwar ist es ein warmer Regen, der sich über Rio ergießt. Doch für einen Besuch der Christusstatue auf dem 710 Meter hohen Berg Corcovado ist das ungünstig. Die Aussicht ist gleich null.

Bei strömendem Regen setzen wir uns trotzdem in die Zahnradbahn, die uns knapp unter den Gipfel bringt. Immer wieder haben wir die Hoffnung, dass sich die Wolken lichten. Vergeblich.

Doch wer in Rio de Janeiro ist, muss die Christusstatue im Art-Déco-Stil gesehen haben. Also kämpfen wir uns, in Regen-Capes, gehüllt nach oben. Ein paar Fotos machen, den Anblick der 30 Meter hohen, 1931 erbauten Statue „Cristo Redentor“ genießen, den starken Regen ertragen – um dann wieder rasch zurück zu sprinten. Schließlich wollen wir die letzte Bahn, die nach unten fährt, nicht verpassen.

Highlight 2: Zuckerhut

Was wäre wohl passiert, wenn uns das schlechte Wetter bereits am ersten Tag in Rio de Janeiro eingeholt hätte? So viel steht fest: Dann wäre der weltbekannte Zuckerhut deutlich weniger spektakulär ausgefallen.

Pão de Açúcar (zu deutsch: „Zuckerbrot“) ist ein 395 Meter hoher Granitfelsen. Er liegt am westlichen Eingang zur Guanabara-Bucht und bietet einen atemberaubenden Rundum-Blick auf Rio, die benachbarten Regionen und das Meer.

Wir fahren – unterteilt in zwei Sektionen – hinauf auf den Zuckerhut mit einer Pendelbahn, der „O Bondinho“. Offiziell heißt sie „Teleférico do Pão de Açúcar“. Die Seilbahn in der heutigen Form wurde 1972 in Dienst gestellt, 2008 wurden die Kabinen erneuert.

Oben angekommen haben wir Glück. Die letzten Wolken haben sich verzogen, die Sonne scheint. Die Copacabana ist gut zu erkennen, ebenso wie auf der anderen Seiten das Stadtzentrum von Rio de Janeiro.

Highlight 1: Copacabana

Sie ist ist der Inbegriff von Rio de Janeiro, der Olympia-Stadt 2016: die Copacabana. Der weltberühmte Strand lockt tausende Touristen jeden Tag an.

Bis in die späten Abendstunden hinein tummeln sich im Sand unzählige Einheimische, die Beach-Volleyball oder -Fußball spielen. Nur wenige Meter entfernt befinden sich an der Promenade Cafés und kleine Restaurants, die zu relativ fairen Preisen Getränke und Essen anbieten.

Sobald die Sonne im Atlantischen Ozean versinkt, taucht das intensive Orange des Himmels Rio de Janeiro in ein romantisches Licht. Blenden lassen darf man sich davon aber nicht. Denn Rio gilt nach wie vor als eine der gefährlichsten Städte der Welt.

Wer – wie ich – in der Dämmerung unbedingt seine digitale Spiegel-Reflexkamera zum Fotografieren mitnehmen will, sollte sie eng am Mann führen und nicht allzu offen zur Schau stellen.Schnell knipsen und wieder wegpacken!

Generell gilt: wenig Bargeld dabei haben, keinen Schmuck sichtbar tragen. Wer diese Tipps beherzigt, minimiert das Risiko eines Überfalls erheblich. Und wen es doch erwischt, der sollte keine Gegenwehr leisten.

Ebenfalls vorbereitet sein sollte man in Sachen Moskitos. Die gibt es in Rio an jeder Ecke. Wer sich und seine Kleidung jedoch mit einem tropentauglichen Insektenschutzmittel (mit dem Wirkstoff Deet) einsprüht, braucht wenig zu fürchten. Weder das Zika-Virus noch die ebenfalls gefährlichen Dengue- und Chikungunya-Erkrankungen.

Rio de Janeiro, eine Millionen-Metropole, die nicht nur zu Zeiten der Olympischen Spielen Aufmerksamkeit verdient hat – und immer einen Besuch wert ist.

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Über Oliver Heider (37 Beiträge)
Journalist. Blogger. Reisender.

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